
DER FILM: Die zwei Dudes Dave und John sind übersinnliche Exorzisten.
Mit vereinte Kräften, und der gelegentlichen Hilfe eines TV-Predigers, kümmern sie sich um alles Mögliche para(undnichtso)normales Gesocks und senden es zurück in die Hölle, oder die entsprechende Zeit, oder Dimension in das es gehört…
Das alles begann, als die Beiden bei einem Konzert mit einer seltsamen (offenbar ein Eigenleben besitzenden) Droge, genannt Soja Soße, in Kontakt kamen. Dadurch kam zwar auch John ums Leben, doch immerhin, konnten sie durch die damit einhergehende veränderte Wahrnehmung eine heimliche Invasion aus einer anderen Dimension aufdecken…
KRITIK: Oh man…
Es gibt so Filme, die sind zwar nicht schwer zu bewerten, weil man von Anfang an von ihnen begeistert ist; zu sagen woher diese Begeisterung aber nun tatsächlich rührt ist dafür dann aber umso schwieriger.
"John dies at the End" ist ein waschechtes Musterbeispiel dafür.
Nicht etwa, weil es genau so viele Faktoren an dem Film auszusetzen gibt, wie sie für ihn sprechen (tatsächlich gibt es hier kaum etwas, dass man kritisieren kann); sondern weil "John dies at the End" so abgefahren und zugleich komplex ist, dass selbst ich mich immer wieder frage, ob ich kapiert habe, was da überhaupt abging.



IT´S A DON COSCARELLI
Zunächst aber mal zu den positivsten Eigenschafften und dem klarsten Grund, wieso sich wirklich jeder Freund des fantastischen Horrors, diesen überaus eigensinnigen Trip reinziehen sollte…
Es ist ein Don Coscarelli Film! Der passionierte B-Movie Regisseur hat mit der "Phantasm"-Reihe und "Bubba Ho-Tep" gleich zwei Kult-Titel in seiner relativ überschaubaren Vita und steht bei seinen Fans für gepflegte und auch gewitzte Unterhaltung… und was das Angeht werden seine Fans auch hier nicht enttäuscht.
Basierend auf dem gleichnamigen Comic von David Wong, fackelt er hier (auf überaus guten B-Movie-Nieveau) ein kafkaeskes Fantasy-Horror-Feuerwerk ab, das von (überwiegend sehr schick in Szene gesetzten) Zombies, über schleimige Riesenwürmer, Monsterspinnen, Geister, bis hin zu einem reanimierten Haufen Grillfleisch und einem einäugigen Megamonster nahezu alles zu bieten hat, was das Horrorgenre hergibt und eine schräge Idee nach der Anderen raushaut.
Sei es eine Türklinke, die sich in einen Penis verwandelt, das Telefonieren zwecks Hot Dog oder ein Fliegender Schnauzbart, der zum Angriff bläst.
Besonders Fans der "Phantasm"-Reihe, werden sich bei letzterer, saukomischer Szene richtig heimisch fühlen, wenn ein Zombie Dave Angreift und sogar seine abfallenden Körperteile sich überaus angriffslustig zeigen.


DUDE WO IST MEINE SCHROTFLINTE?
Überhaupt ist saukomisch das Stichwort und man darf man "John dies at the End" keinen Augeblick lang ernst nehemen, weil der Film es auch nicht tut.
Der Film ist im Grunde eine launige, gelegentlich schwanzhumorige und überaus comichafte Horrokomödie, die man wohl am einfachsten als Mischung aus "Supernatural" und "Fear and Louthing in Las Vegas" und einem Schuss David Cronenberg bezeichnen könnte.
Der Tenor ist über die gesamte Laufzeit locker und wird nur gelegentlich von finsteren, meist aber ins Absurde ausufernden Horrormomenten unterbrochen.
Zwar hält sich die Spannung eher auf mittleren Niveau und auch in Sachen Gewalt geht es (trotz kleiner Splatter-Einlagen) eher behäbig zu, doch Langeweile kommt zu keinem Augenblick auf, dafür ist die Handlung einfach zu wendungsreich, dynamisch und abwechslungsreich.
Hier könnten aber gerade Freunden einfacher Kost doch ein leichtes Problem bekommen.
Denn hier hat man auf knapp 100 Minuten so viel rein gepackt, dass das man bei der ohnehin absolut durchgeknallten Story nur schwerlich kapiert, was überhaupt abgeht.
Die Handlung wird gegen Ende nicht nur in eine andere Dimension verlegt, sondern spielt sich zuweilen sogar auf unterschiedlichen Zeitebenen ab – was aber auch zu einigen echt cleveren Szenen führt, wie etwa eine Kugel, die dank einer Fliege in der Fabrik, nicht richtig funktioniert.



DA IST JA DER GROSSE!!!
Aber selbst, wenn man nicht alles kapiert, wird das Gucken von "John dies at the End" kaum als verschwendete Zeit angesehen werden. Dafür allein sogt der fantastische Cast, allen voran die beiden Hauptdarsteller Chase Williamson, als geradliniger Dave, und Rob Mayers, als dauerverpeilter John, die den Zuschauer durch das Übernatürliche Chaos führen. Die beiden ziehen die Nummer so locker, cool und entspannt über die Bühne, dass sich die gute Laune direkt auf den Zuschauer überträgt.
Doch auch die wichtigen (und nicht so wichtigen) Nebenrollen wurden vorzüglich besetzt.
Sei es Paul Giamatti ("Shoot em up"), als skeptischer Reporter der noch sein blaues Wunder erlebt, Glynn Turman als zwielichtiger und scheißwütiger Cop, Clancy Brown ("Starship Troopers") als abgebrühter Dr. Marconi oder (der Tall Men persönlich) Angus Scrimm als Priester (nur um mal die wichtigsten zu nennen); jeder macht hier einen echt klasse Job und ist mit ganz viel Spielfreude bei der Sache.
FAZIT: Ein angefahrener, perfekt inszenierter, vor schrägen Einfällen und Coolnes nur so strotzender Wahnsinnsmix aus "Supernatural", "Men in Black" und "Fear and Louthing in Las Vegas" mit einem großartig aufgelegten Cast und tollen Effekten, der einfach nur Spaß macht.
8 von 10 Punkte.
PROGNOSE: Dürfte mit FSK:ab16 durchgehen.

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